Diakonie

Zu Besuch im Künstleratelier im Langen Hagen

(Stadtteilzeitung MQ Juli 2016 - Redaktion)

Mit der Reihe „Wohnen und Leben im MichaelisQuartier" sowie "Handwerk und Tradition" geben Bewohnerinnen und Bewohner Einblicke, Eindrücke, Geschehnisse, Alltägliches und vieles mehr aus ihrem Stadtteil wieder. Für dieses Porträt wurde der Künstler Roland Bauer besucht. 

„Handwerk und Tradition“, so lautet das Jahresmotto des Magdalenenhofs. Was liegt näher als den im Michaelisquartier lebenden Künstler Roland Bauer, der seit 2001 auch Ausstellungsleiter der Galerie am Stammelbachspeicher ist, zu besuchen? Auf Nachfrage war er gleich gerne bereit, die Türen seines Ateliers im Langen Hagen für eine überschaubare Gruppe zu öffnen. Neben Männern und Frauen aus dem Magdalenenhof, die selbst künstlerisch aktiv sind, hatten weitere Interessierte aus dem Quartier die Möglichkeit, bei diesem Atelierbesuch dabei zu sein.


In familiärer Atmosphäre erzählte Roland Bauer, wie wichtig für ihn sein Großvater war, der ihn schon als kleinen Jungen immer wieder dazu anhielt, genau zu beobachten und dann das Wahrgenommene zu zeichnen. Damals begann es mit dem Zeichnen eines Apfels. Später interessierten ihn dann unter anderem Themen aus der Landwirtschaft. Anschaulich schilderte er, wie er einen ganzen Tag in einem Schweinestall verbrachte, die Tiere genau beobachtete, um sie dann zu zeichnen. Einige seiner Bilder sind im nahegelegenen Michaelisheim ausgestellt und können jederzeit besichtigt werden. Dieses genaue Beobachten und seine frühe Sammelleidenschaft sind wichtige Grundlagen für sein künstlerisches Schaffen. Schon als Kind sammelte er Dinge wie Hölzer, Federn, Steine, Knochen, Stoffe und Eisen. Solche und viele weitere Fundstücke finden sich auch heute in seinem Atelier, das auf die Besucher ausgesprochen anregend und fast magisch wirkt. Spannend sind besonders die aus solchen Stücken geschaffenen Installationen, Skulpturen und Bilder.
Die Gruppe erfuhr einiges von den Geschichten zu den Dingen und sah, wie der weit über Hildesheim hinaus bekannte Künstler sie in neue Rahmen gesetzt hat. Aus den individuellen Betrachtungen der Besucher ergaben sich immer wieder lebhafte Gespräche. Am Ende waren sich alle einig: Das war eine inspirierende Begegnung, die noch lange nachwirken wird.
Übrigens: Wer noch mehr über Roland Bauer wissen will, sei auf das von Norbert Hilbig 2014 herausgegebene Buch „Roland Bauer. Alles bleibt anders“ hingewiesen.