Volkshochschule Hildesheim

Häuser im MQ: Früher und heute - Alter Markt 63

(Stadtteilzeitung MQ Dezember 2018 - Redaktion)

Im Jahr 2015 feierte die Stadt ihr 1200-Jahre-Jubiläum. Zu diesem Anlass hatte ein Arbeitskreis aus dem MichaelisQuartier das Projekt „Historisches Gesicht des MichaelisQuartiers: Häuser erzählen“ konzipiert und mit Hilfe der Kreiswohnbau Hildesheim als Sponsor umgesetzt. Mit guter Resonanz wurden 11 verschiedene „Hausgeschichten“ vor Ort vorgestellt. In loser Reihenfolge soll diese Reihe noch einmal belebt werden. Als 2. Haus berichtet das Haus Alter Markt 64, früher 63, kurz aus seinem Leben.

Wie im ganzen Viertel blieb vom mittelalterlichen Fachwerkhaus am 23. März 1945 nichts mehr übrig.

Nur aus dem nur halb zerstörten steinernen Kellergewölbe konnten etwas Geschirr und bizarr geschmolzene Gläser geborgen werden. Alles andere war verbrannt, die Bewohner evakuiert. Bis dahin war das Haus immer gut bewohnt, bis 1941 gab es sogar noch eine Schuhmacher-Werkstatt dort. Klar, dass die Meisterfamilie und die Angestellten im gleichen Haus wohnten. Noch früher wurde der Hof für Schweine, Hühner und Gänsehaltung genutz.
Stolz war man darauf, dass das Haus in den zwanziger Jahren an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen wurde und die Toiletten endlich im Haus waren. 1957 wurde wieder aufgebaut, 3 Häuser in einem Zug, alle deutlich größer und heller. Aus Haus-Nr. 63 wurde 64, die neuen und alten Bewohner empfanden den Neubau nach den Entbehrungen der Nachkriegszeit als Paradies, trotz Kohleheizung und sparsamer Einrichtung. Ich selbst hatte mit 16 erstmals ein eigenes Zimmer im Bodenraum.
Heute ist das inzwischen modernisierte Haus an eine Studenten WG und 2 Familien vermietet, man fühlt sich wohl im MichaelisQuartier. (Text: Dieter Goy)