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Leben im Quartier: Familiengeschichte, Quartiersgeschichte, Gemeindegeschichte: Frau D.

(Stadtteilzeitung MQ Februar 2019 - Redaktion)

Sie zog mit ihrem Mann 1958 in einen Neubau im Alten Markt, zunächst zur Untermiete. Sie lebten dann als Eigentümer mit Untermietern im Haus, später mit Sohn und Schwiegergroßmutter. In Scheppau bei Königsluther geboren, hatte sie ihren Mann während eines Haushaltsjahrs in Barfelde kennengelernt und war, aus der Landwirtschaft kommend, zunächst nur unwillig in die Stadt gezogen.

Die großen, „guten Geschäfte“ wie Fiedler, Günther oder Lindemann in Hildesheim sind ihr in bester Erinnerung aber auch der Schuhmacher sowie „Milch-Köhler“ in der Burgstraße, der Kolonialwarenladen an der Ecke Süsternstraße u.a. Als Ende der 1950er Jahre Pfarrer Osthaus und die Magdalenengemeinde Unterstützer suchten, bei regelmäßigen Treffen des Altenkreises und der Bewirtung mit Käsebroten und manchmal Glühwein, sagte sie sofort zu. Als sich diese Arbeit auflöste, kam sofort die Bitte um Mitarbeit bei Veranstaltungen der Michaelisgemeinde, wo im Gemeindezentrum (damals den Kellerräumen benachbart zum Michaelisheim) Frühstückstreffen, begleitet von Pastor Bartels, stattfanden.
Frau D. erinnert sich: Arm in Arm mit Frau P. ging es sonntags die Burgstraße hinauf zum Gottesdienst in die Michaeliskirche, wo beide Damen vorn rechts ihre Plätze hatten und fehlten sie, wurde nachgeforscht.
Die ehrenamtlichen Dienste weiteten sich aus: es gab Handarbeitsgruppen und Geburtstagskaffeetreffen. Alles Veranstaltungen, die schließlich im neuen Gemeindehaus auf dem Hügel stattfanden. Im Jubiläumsjahr 2000 wurde verstärkt um Mitarbeit gebeten, und zusammen mit Frau P. antwortete Frau D. wieder: „Jederzeit!“. Das hieß, bei aller Geselligkeit, im Extremfall 7 Stunden Abwaschen. Begeistert erinnert sich Frau D. an den festlichen Empfang in einem großen Hotel, bei dem den ehrenamtlichen Mitarbeitern gedankt wurde.
Auch mit 93 Jahren bleibt sie in Bewegung. Die Begegnungen bei „Mittendrin“ sind weiterhin wichtige Treffen für sie.
Ihre Bilanz ist: „Mitarbeit zu schenken, Menschen zu treffen ist das Schönste, was mir im Leben passiert ist.“ | Interview: Irmgard Kiene, Januar 2019