Institut AkzepTanz

Die Bedeutung der Sültequelle - auch für das Michaelisquartier

Stadtteilzeitung MQ August 2020 - Redaktion

Sültewasser damals
Die Sültequelle war für die Wasserversorgung in Hildesheim bis Ende des 19. Jahrhunderts von Bedeutung. Schon um 1250 trieb ihr Wasser Mühlen am Ostertor und am Almstor an. Auch die äußeren Gräben der im 15. Jahrhundert entstehenden Wallanlagen wurden zum Teil von der Sültequelle gespeist. Das Wasser der Sültequelle war von guter Qualität.

So wurde es seit dem 15. Jahrhundert auch zur Trinkwasserversorgung der Stadt genutzt. Mit einem Kunstgraben kam das Wasser vom Quellbecken zu einer Wasserkunst am Ostertor an der Ecke der heutigen Bahnhofsallee. Das Wasser wurde in ein Reservoir im ersten Stock des Gebäudes der Wasserkunst gefördert. Von diesem erhöhten Niveau aus speiste es über Wasserleitungen zahlreiche öffentliche Brunnen in der Stadt. Durch die Wasserförderung aus der Ortsschlumpquelle und der Inbetriebnahme des Wasserwerkes in der Goslarschen Landstraße begann der systematische Aufbau einer modernen öffentlichen Wasserversorgung. Somit wurde das Versorgungsnetz der Sültequelle ersetzt. Die Anlagen und die Wasserkunst am Ostertor wurden abgebaut. (Quelle: Wikipedia)

Sülte-Quelle im 2. Weltkrieg
Während der Jahre im 2. Weltkrieg wurden in Hildesheim mehrere Löschteiche eingerichtet, die dann von der Sülte-Quelle gespeist wurden. Zitat: „An der Sülte wird die Lage immer aussichtsloser. Kostbares Schlauchmaterial ist vernichtet. Reserven sind kaum mehr vorhanden. Die wenigen Feuerlöschteiche und Brunnen sind erschöpft. Lediglich die Sültequelle scheint unversiegbar.“ (aus Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim „Der Raum Hildesheim im Luftkrieg 1935 -1945. Zielpunkt 52092 N / 09571 O“ von Hermann Meyer-Hartmann)

Im 15. Jahrhundert: Kanal zur Wasserversorgung
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde von der Sülte her noch ein dritter Abfluss geschaffen. Durch eine Leitung wurde das Wasser unter dem Festungsgraben hindurch in einem besonderen Graben geleitet, der im heutigen Ostertor lag. Von hier aus wurde auch das Michaelisviertel mit Wasser versorgt. Im Jahr 1979 hatte Karl Scheide die Gelegenheit, bei Ausgrabungen am Ostertor den Wasserkanal (soweit noch vorhanden) der zu der Zeit fast trocken war, in gebückter Haltung zu begehen und auch einige Fotos zu machen.

Heute: Wasser für den Seniorengraben
Das Sültewasser wird heute von der Quelle im Quellhaus am Ostertor unterirdisch durch die Bahnhofsallee in den Hauptabwasserkanal in der Kaiserstraße abgeleitet. Dort wird das Sültewasser in einem Rohr, das an der Decke des Abwasserkanals befestigt ist, zum Liebesgrund am Hagentorwall bis zum Seniorengraben im Michaelisviertel geleitet. Hier versorgt es den Teich mit Frischwasser.

 Fotos Bauarbeiten: Karl Scheide

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.