Warten, Bis(s) es dunkel ist.

Stadtteilzeitung Ost-Innenstädter - Doppelseite MQ 09/2023 (Text: Dieter Goy)

                                                                                 (Zwergfledermaus)
Merkwürdig, warum unseren Fledermäusen der Drang nach Blut anhängt, als wären es Vampire. Dabei sind es eigentlich kleine Säugetiere, dazu noch kuschelig. Und sie nähren sich ausschließlich von Insekten!

Geheimnisvoll sind sie aber schon, nur nachts unterwegs, für uns Menschen lautlos, versteckt in Ecken und Ritzen. Manchmal in Kolonien mit vielen Bewohnern, im Sommer gesellig in Wochenstuben, eine WEG nur für Weibchen mit ihrem einzigen Jungen. In der kalten Jahreszeit verschwunden in frostfreien Höhlen!
Kein Wunder, warum unsere Vorfahren sich davor grausten, denn erst im Technikzeitalter sind wir ihnen auf die Spur gekommen. Echolot ist ihr Geheimnis, sie erkennen ihre Umwelt und ihre Beute durch Ultraschall-Rufe. Deren Reflektion bildet das Umfeld für sie so ab, wie wir es sehen würden. Wenn es hell wäre. Ist es aber nicht, Dunkelheit ist ihr Tag! Darum fliegen sie mit Beginn der Dämmerung aus und kommen morgens vor Sonnenaufgang zurück in ihr Sommerquartier.

Mit Fledermausdetektoren können wir ihre Rufe wahrnehmen, der Detektor überträgt sie für unser Ohr in den hörbaren Bereich. Je nach Art liegt die Ruf-Frequenz zwischen 20 KHz und 60 KHz, eine wichtige Hilfe für die Bestimmung. Rund um und im Magdalenengarten ist in der Nacht richtig was los: 12 Fledermausarten tummeln sich in den Grünanlagen und Teichen! Unser Fledermaus-Spezialist Karsten Passior kennt sie alle, ein paar davon sehen Sie im Bild: Kleiner Abendsegler - Großer Abendsegler - Kleine Bartfledermaus - Große Bartfledermaus - Fransenfledermaus - Wasserfledermaus - Großes Mausohr - Breitflügelfledermaus - Braunes Langohr - Rauhautfledermaus - Mückenfledermaus - Zwergfledermaus
Besuchen Sie die Fledermäuse mal, meist genügt das Restlicht, um die schnellen Flieger zusehen. Sie fliegen mit ihren gespreizten Händen und den dazwischen gespannten Flughäuten, nicht mit Flügeln!  Und sie „sehen“ mit den Ohren. Noch etwas Wissen zum Abschluss: 25 Arten gibt es in Deutschland.


                                                            (Fotos: Dieter Goy und NABU)

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