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Die Kreiswohnbaugesellschft (KWG) saniert eine rund 500 Jahre alte Kemenate

(Datum: 28.01.2019)

Auf dem Gebiet der Grundschule Alter Markt befindet sich ein historischer Bau aus Sandstein - eine Kemenate - aus dem 16./17. Jahrhundert. Eine Kemenate ist ein massiver, beheizbarer Steinbau, der meist im hinteren Bereich einer Hofanlage stand. Die ursprüngliche Nutzung mit dem nicht mehr erhaltenen Fachwerkobergeschoss wird die eines gehobenen Wohnraums gewesen sein und diente wohl auch zur Verwahrung von wertvollem Hab und Gut. Es war also ein kleines beheizbares Hinterhaus für wohlhabende Familien.

Die KWG ist Eigentümerin und saniert derzeit das alte Gebäude nach Vorgaben des Denkmalschutzes. Wohl im April sollen die Arbeiten daran beendet sein. Im 2. Weltkrieg wurde die Kemenate1945 beim Bombenangriff stark beschädigt. An der Färbung der Sandsteine ist erkennbar, dass das gesamte Bauwerk ein Opfer des Feuers wurde.
An der Sanierung des oberen Teils der Kemenate wird schon seit einiger Zeit gearbeitet. Bei Probebohrungen haben Arbeiter im Dezember 2018 zudem festgestellt, dass sich unter dem steinernen Hinterhaus ein weitestgehend intakter etwa 1,60 m hoher Kellerraum befindet. Dieser tunnelartige Hohlraum war vollständig verschüttet und seit 1963 nicht mehr zugänglich. Er diente damals  wahrscheinlich als Vorratsraum. Es ist auffällig, dass der Keller komplett aus Backstein besteht. Normalerweise wurden solche Bauten aus Kalk- oder Sandstein gefertigt - wie auch die Kemenate darüber.

Die KWG plant zunächst eine Säuberung des etwa 1,60 Meter hohen Kellerraumes und die weitere Instandsetzung der Kemenate. Danach soll der gesamte historische Bau zugänglich und nutzbar gemacht werden. Was genau aus der Kemenate samt Keller werden soll, ist noch ein Geheimnis. Matthias Kaufmann, Geschäftsführer der KWG, wollte nur dieses verraten: „Die Öffentlichkeit soll nach Verabredung einen Zugang haben. Wir wollen die Räume der Stadtführung zur Verfügung stellen." Zudem stehe angrenzend an das historische Gebäude eine Wohnung leer. Hier ist eine gemeinsame Nutzung nicht ausgeschlossen.
Man darf gespannt sein, was da im Michaelisquartier neu entsteht! 

 
 
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