Klawitter

St. Magdalenen und Stechinelli

Stadtteilzeitung MQ November 2020 - Text: Karl Scheide

Vor fast 350 Jahren kam der italienische Straßenjunge Francesco Maria Capellini, (Spross eines italienischen Adelsgeschlechts aus Rimini) - genannt Stechinelli (ital. dünne Beine wie ein Zahnstocher) - nach Norddeutschland.

Er machte Karriere und hatte Erfolg als Geschäftsmann. Sein abenteuerliches Leben endete in Hildesheim. An der Nord- und Südseite der St. Magdalenenkirche war der Kirchenfriedhof. Der nördliche Teil diente den Schwestern (Süstern) des Klosters St. Magdalenen als Begräbnisstätte. Der südliche Teil vor der Kirche war Friedhof für wohlhabende Bürger der Stadt. Auch in der Kirche wurden Wohltäter des Klosters beigesetzt.
So hatte die Familie Wiekenberg-Capellini, neben etlichen Gedenksteinen für Verstorbene, unter dem Chor der St. Magdalenenkirche eine Familiengruft.
An der Außenwand neben dem Kreuzaltar mit dem Kriegerdenkmal stand nach der Zerstörung Hildesheims in 1945 noch der Rest eines Gedenksteins mit einer verwaschenen Inschrift. Es war der Name Francesco Capello-Stechinelli zu erkennen. Heute ist der Stein an anderer Stelle des Grundstücks.
Auf einem weiteren, nicht mehr vorhandenen Stein, stand in Latein (ins Deutsche übersetzt) folgender Text: „Gott dem Besten Höchsten und zum ewigen Gedächtnis des hochedlen Herrn des Geschlechts Capellini, genannt Stechinelli, Freiherr von Wickenburg, aus einer altadeligen Venezianischen Familie in den Adel und Freiherrenstand des Heiligen Römischen Reiches erhoben, Generalpostmeister Herr zu Wieckenberg, Eltze, Hermannsburg, Winsen etc., geboren zu Rimini 1640, gestorben im Jahre 1694 und beigesetzt in der Familiengruft (Hildesheim)“. Ihm widmet dieses Denkmal seine Witwe Anes Elisabeth Breigers aus Nienburg. “Weile, Wanderer und gedenke seiner am Altar“.
Quellen: Kirchenführer St. Magdalenen Hildesheim 1962 und Hildesheimer Heimat-Kalender 1978.

 

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